CIG Info März 2026

CIG-Z Klasse Llapaj

Poesie

Für diese Ausgabe des CIG-Infos hatten die Schülerinnen und Schüler der Klasse Llapaj den Auftrag, eigene Gedichte zu entwerfen. Dabei entstanden jedoch nicht nur klassische Gedichte, sondern auch ein Rap sowie ein Poetry-Slam. Die Themen reichen vom Leben im CIG über persönliche Empfindungen bis hin zu allgemeinen Themen.

Frühling

Der Winter ist nun fortgegangen,

der Frühling hat neu angefangen.

Die Sonne scheint vom Himmel blau

und funkelt hell im Morgengrau.

 

Die Blumen blühen rot und gelb,

die Wiesen werden wieder hellgrün.

Die Vögel zwitschern froh umher,

weil die Wärme wieder wärmt.

 

Die Tage werden wieder lang,

man hört der Bienen Gesang.

Wir gehen wieder hinaus für die Sicht,

der Frühling bringt uns wieder Sonnenlicht.

 

MaLe

Weiterkämpfen

 

Im CIG Jugendheim bin ich gelandet,

nach ein paar Scheiss-Sachen und wegen ADHS-Problemen.

Deshalb wollte ich nie zur Schule gehen,

keiner konnte mich verstehen.

 

Bis ich Herrn Stahel kennenlernte.

Er gab mir seine Hand,

und ich nahm sie an,

weil ich merkte, dass er wie ich denken kann.

Er wollte mir nur helfen,

ich konnte es in seinen Augen sehen.

 

Regeln einzuhalten war viel zu schwer,

deswegen hatte ich öfters keine Hoffnung mehr.

 

Das Leben ist kein Märchen,

du musst immer weiterkämpfen, niemals aufgeben.

Zu viele Fehler – doch heute sind sie meine Kollegen.

Dank ihnen konnte ich viel lernen.

Deswegen muss ich heute nicht mehr vor ihnen wegrennen.

 

AnMa

Armut

 

Armut riecht nicht nach Zahlen – sie riecht nach kaltem Kaffee um halb fünf morgens.

Armut ist eine Statistik.

 

Die Krümel von dem Kuchen heissen Armut.

Sie sitzt im Bus und überlegt sich: Brot oder Ticket?

 

Brot oder Lebkuchen?

Würde oder Überleben?

Sie überlegt: Strom oder Heizung?

Sterben oder Leben?

 

Die Reichen haben zu viel Geld.

Die Armen haben zu wenig Mut.

Aber Armut ist Mut.

 

ArHa

Die Traurigkeit selbst

 

Manchmal fühl ich mich weit weg von hier,

ganz tief aus meiner Seele redet die Dunkelheit zu mir.

Ich stehe auf einer Waage gegen die Gerechtigkeit,

für die Gerechtigkeit.

 

Gedanken kreisen tief in meinem Kopf,

auch wenn es keiner sieht, in meinem Kopf.

Gefühle stauen sich in mir so sehr,

als würde alles in mir immer mehr.

 

Jetzt schau ich in die Dunkelheit und spür fast nichts,

die Leere in mir wächst und langsam mich zerfrisst.

Das Dunkel schaut mich an, ich flüstere leis zu ihr,

doch keine Antwort kommt zurück zu mir.

 

Sieben Zahlen erscheinen wie ein Zeichen gewesen.

Ich gewann, bis ich plötzlich loslief

und in mir selbst nach Antworten rief.

Bis in die Tiefen, die mich zerbrechen,

nahm mich alles mit – ich hörte es sprechen.

Und all das Leid, das ich in mir trug,

liess mich schreien, laut genug.

JeBl

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